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Nassach

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Nassach ist ein einmalig schön gelegenes Haufendorf an der Hangsohle der Haßberge. Der Ort besitzt ganz eigene Ausdrucksformen und malerische Winkel von hoher Qualität. 1303 erstmals als Gewässer erwähnt, ist Nassach heute ein Kleinod, das in starkem Maße von Fachwerkbauten des 18. und 19. Jahrhunderts geprägt ist und durch die zurückgehende Nutzung der vielen landwirtschaftlichen Betriebe ein hervorragend geeigneter Ort zur Naherholung ist. Die Entwicklung zeigt auch städtisch orientierte einzelne Neubauten und die Bebauung als Ortsabrundung die gelungene Symbiose älterer und jüngerer Generationen.

Geschichte:

Der reizvolle Ort liegt in idyllischer Lage am nordwestlichen Rand des Landkreises, direkt am Haßbergtrauf. Das vermutlich um 900 von Wehrbauern gegründete Nassach, dessen Name 1303/13 erstmals als Gewässer erwähnt wurde, lässt aufgrund seiner Endsilbe „ach” auf eine spätmerowingische oder karolingische Siedlung schließen. Der Ortsname ging vermutlich aus „Nazwisaha” hervor, „Wasser, das durch feuchte Wiesen fließt”.
1272 war Nassach im Besitz der Grafen von Wildberg. Durch Vermählung mit einer hennebergischen Gräfin fiel es 1353 als Schenkung an das Zisterzienserinnenkloster Sonnefeld. Die Ordensfrauen förderten besonders den Weinbau, so dass Nassach lange Zeit ein Kloster- und Weindorf blieb.
1525 kam der Ort als Enklave an das sächsische Klosteramt Sonnefeld, das Kloster wurde jedoch aufgehoben. Zeitweise war Nassach an Adelige der näheren Umgebung verpfändet: 1668 an Friedrich von Bimbach, ab 1702 an die Truchseß von Wetzhausen. 1788 löste die Herzogin Charlotte von Sachsen-Hildburghausen das Dorf wieder aus. 1826 fiel Königsberg an Sachsen-Coburg-Gotha, ein Jahr später auch Nassach, das man zunächst einfach vergessen hatte. Seit 1920 schließlich gehört der Ort mit heute etwa 260 Einwohnern zu Bayern.
Nachdem Sachsen lutherisch geworden war, zog um das Jahr 1546 auch in Nassach die Reformation ein. Die einzige Kirche im Ort ist daher evangelisch. Ihr Turm stammt noch von 1494, der restliche Bau aus den Jahren 1804-1807.
Die historische Ortsform ist die einer geschlossenen Siedlung (Haufendorf), mit einem rundum verlaufenden Etterweg. Nach wie vor wird Nassach von seinen schönen Fachwerkbauten geprägt, von denen etliche aus dem 18. Jahrhundert stammen.
Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Fachwerk im Erdgeschossbereich vom örtlichen Keupersandstein als Baumaterial abgelöst. Gegen Ende des Jahrhunderts errichtete man dann die reicheren Bauten ausschließlich aus Sandstein.
Für das malerische Ortsbild sind auch die historischen Bauten der Ortsgemeinschaft wichtig. Beim Torhaus am Nordrand des Dorfes handelt es sich um einen erdgeschossigen Satteldachbau mit Durchfahrt aus dem 18. Jahrhundert, der im Wohnteil aus Fachwerk und Sandstein gebaut ist und früher wahrscheinlich als Hirtenhaus diente. Neben der Kirche steht die Dorfschule, ein erdgeschossiger Fachwerkbau auf hohem Sandsteinsockel (Keller um 1600), mit einem Mansard-Halbwalmdach gedeckt (1811).
Ebenfalls auf einem Sandsteinsockel steht das Pfarrhaus aus dem 17. Jahrhudert mit seiner zweiläufigen Freitreppe. Der zweigeschossige Satteldachbau aus Fachwerk wurde im 19. Jahrhundert umgebaut. Die Pfarrscheune daneben hat noch einen Keller von 1492. Das Kommunbrauhaus von 1845 wurde wegen der Brandgefahr außerhalb des Etters angelegt.
Bis 1939 war Nassach übrigens ähnlich wie das weiter südöstlich gelegene Altenstein das „Kirschendorf” für die weitere Umgebung.
Besonders die Dorferneuerung 2001 hat wesentlich dazu beigetragen, den kleinen Ort sehenswert zu machen. So schmückt ein Brunnen mit dem Hennebergischen Fahnenträger, der für Nassach historische Bedeutung hat, heute wieder den Dorfplatz.

(aus dem Buch HASSBERGE - Ein Kunst- und Kulturführer durch den Landkreis”, herausgegeben vom Landkreis Haßberge)

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